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Freitag, 7. Dezember 2012

Wahlverfahren Teil A: Ausschluss-Kriterien

Die Ausschlusskriterien der Wahlverfahren im Einzelnen:
  • Vorbereitung von 800+ Anträgen:
  • Lizenz: CC-BY-SA 3.0 Daniel Neumann (@The_DanielSan)
    • In LQFB können 800+ Anträge natürlich ideal entwickelt und abgestimmt werden. Im Falle von Delegationen muss man dazu nichtmal wirklich mitwirken. Will man allerdings selbst abstimmen, zwingt dies zu einer permanenten Teilnahme und Einarbeitung in die Themen mit einem aktuell nicht näher zu beziffernden Zeitaufwand, der allerdings nicht jedem in ausreichendem Mass zur Verfügung steht.

    • Beim "Piratenbegehren" ist die Ein- & Vorbereitung nur im Vorfeld oder im Rahmen begleitender Events möglich und nötig.

    • Ausschlusskriterium "Vorbereitung": Prinzipiell zeigt sich für Parteitage, dass eine saubere Ein- & Abarbeitung vor Ort nur dann möglich ist, wenn die potenziell abzustimmenden Anträge (die Tagesordnung!) bereits im Vorfeld feststehen.
      Sind es wirklich potentiell 800+ Anträge, die bei einem Parteitag dran kommen können, sollten Lösungen für diejenigen gefunden werden, die (situativ) offline sind - dann besteht eine Abhängigkeit von funktionierender Technik bzw. privatem Laptop oder Offline-Einblick in die Anträge.
      Davon auszugehen, dass sich alle Anwesenden im Vorfeld adäquat in alle 800+ Anträge einarbeiten konnten, ist surreal. Von einer wirklichen Besprechung / Diskurs vor Ort zu sprechen ist grenzwertig.
      Die eigentliche Vorbereitung und Einarbeitung muss im Vorfeld stattfinden (was allerdings auch bei allen anderen Wahlformen der Fall ist).

  • Zeitaufwand (für Teilnehmer):
    • Ausschlusskriterium "Zeit":  
      • Der Zeitaufwand, der bei LQFB notwendig ist, um ohne Delegationen alle Wahlen selbst mitzugestalten, ist nicht für jeden Menschen adäquat zu leisten - schliesslich muss man sich, nimmt man die Abstimmung ernst, in viele Themen erst einarbeiten.
      • Ein Parteitag, bei dem Abwesende ihre Stimme aus Zeit- oder sonstigen Gründen nicht deligieren können, schliesst diese Personen aus.

  • Fahrtkosten / Unterkunft: 
    • Bei LQFB und schriftlicher Wahl fallen natürlich keine Fahrtkosten an. Ebenso fallen bei denjenigen, die ihre Stimme Deligieren, natürlich keine Fahrtkosten an.
    • Ausschlusskriterium "Fahrtkosten": Soweit man seine Stimme bei Abwesenheit von einem Parteitag nicht deligieren kann, können Fahrtkosten ein Ausschlusskriterium sein.

  • Ort:  
    • Bei LQFB und dem Postweg spielt der Ort natürlich eine untergeordnete Rolle.
    • Ausschlusskriterium "Ort": Können Abwesende (aus welchem Grund auch immer) von einem Parteitag ihre Stimme nicht deligieren, sind diese ausgeschlossen.

  • Finanziell (für Teilnehmer): 
    • Wie bei den Fahrtkosten ist davon auszugehen, dass Deligierte selbst oder indirekt den Kostenaufwand für Fahrt, Verpflegung, Unterbringung leisten können - und der Ort (sofern innerhalb von Deutschland) für jeden Deligierten erreichbar ist.
    • Ausschlusskriterium "Finanzen": siehe "Fahrt / Unterkunft", "Ort" sowie "Kosten" 

  • Kosten (für die Ausrichtung): 
    • Was kostet wirkliche Basisdemokratie? Können die Kosten für die Partei ein wirkliches Argument sein, um die notwendigen Werkzeuge für Basisdemokratie zu optimieren?
    • Die Kosten der Wahlverfahren werden umgelegt und in Form des Mitgliedsbeitrages gezahlt. Erst wenn dieser trotz Sozialrabatte eine Höhe erreichen würde, die für Einzelpersonen ein Ausschlusskriterium darstellen würde, wäre der Zugang begrenzt. Dies ist nicht der Fall und wahrscheinlich nicht zu erwarten. Dennoch dürfte ein Anstieg der Mitgliedsgebühren unvermeidlich sein, wenn der tatsächliche finanzielle Aufwand für möglichst optimale Basisdemokratie durchkalkuliert wird. 
    • Wenn mir jemand die genauen ungefähren Kosten / Aufwände für Parteitage, Einladungsschreiben aller Mitglieder, LQFB-Betrieb (bitte inkl. ehrenamtlichen Arbeitskräften) nennen könnte, wäre ich sehr dankbar und übertrage diese.
    • Im Fall der Piratenbegehren gehe ich bis zur endgültigen Klärung davon aus, dass ein Einladungsschreiben genügt und evtl. sogar das Wahlformular online ausgedruckt werden kann (die Kosten also in der Höhe eines Rundschreibens per Post liegen!)!

  • Fachwissen: 
    • Durch "Themenparteitage" könnte dafür gesorgt werden, dass das entsprechende Fachwissen auch ausreichend vor Ort ist - bzw. wäre es legitim zu verlangen, sich entsprechend einzuarbeiten. 
    • Ausschlusskriterium "Fachwissen": Ohne Delegierte wäre man in LQFB gezwungen sich in jedes Thema einzuarbeiten. Das kann nicht verlangt werden und daher schliesst fehlendes Fachwissen Einzelpersonen bei einzelnen Wahlen aus - was sicherlich so manchen nicht davon abhält seine Stimme gefühlt zu vergeben.

  • Technische Hürden: 
    • Bei Parteitagen und Piratenbegehren liegen praktisch keine "Technischen Hürden" vor.
    • Ausschlusskriterium "Technik":
      • Natürlich sind die Ausschlusskriterien bei LQFB äusserst gering, wenn man mal die Bearbeitungszeit bzw. klare Ansprechpartner für Zugänge aussen vor lässt. Dennoch sind diese vorhanden, weshalb die Workshops für alle Tools der Piraten von besonderer Bedeutung sind. Aber auch die sonstigen Ablehnungsgründe für LQFB habe ich (auch der Einfachheit halber) unter den "Technischen Hürden" abgelegt, denn in der Regel handelt es sich um die Ablahnung einzelner technischer Elemente und Folgen von LQFB, die Mitglieder der Piratenpartei von einer Nutzung abhalten.

  • Kommunikation: 
    • Der Fokus sollte primär auf der Kommunikation im Vorfeld vor den eigentlichen Wahlergebnissen liegen.
    • Ausschlusskriterium "Kommunikation":
      • Nur auf Parteitagen ist die Zeit der Aussprache / des Diskurses begrenzt und kann auch durch Schliessung der Redeliste zum Ausschluss von Kommunikation führen.
      • Auch die Art und Weise der Kommunikation (auf Parteitagen "Podiumsgespräche" statt z.B. "Netzwerkgespräche") formen die Kommunikation und die Ergebnisse mit. Diese müsste allerdings speziell untersucht werden, inwiefern die Art der Kommunikation evtl. einzelne Charaktere davon abhält in die Kommunikation einzusteigen. Ob dies Ausschlusskriterium wirklich vernachlässigbar ist, wage ich zu bezweifeln ...

  • Crossmedialer Diskurs im Vorfeld:
    • Nur zur Erinnerung: Der crossmediale Diskurs IM VORFELD ist bei jedem Wahlverfahren möglich!!
    • Bei Briefwahl ist dieser Diskurs geradezu notwendig! 

  • Diskurs zur Abstimmung selbst (zum Zeitpunkt der Abstimmung): 
    • Ausschlusskriterium "Diskurs zum Abstimmungszeitpunkt":
      • Wer nicht vor Ort sein kann (aus welchem Grund auch immer), ist vom Diskurs ausgeschlossen. Natürlich kann der Event optional online mitverfolgt werden - aber eine wirkliche (online-) Kommunikation / Interaktion / Partizipation ist aktuell (!) nicht möglich!
      • Bei Briefwahl ist ein Diskurs zum Zeitpunkt der Abstimmung nur optional möglich, wenn entsprechende (lokale) Events veranstaltet werden, in deren Abschluss die Briefwahl eingesandt wird.

  • Persönlich / "haptisch" vor Ort: 
    • Ausschlusskriterium der "persönlichen Anwesenheit vor Ort":
      • Bei LQFB und Briefwahl ist keine persönliche Anwesenheit imanent vorgesehen - aber nicht grundsätzlich auszuschliessen. Optional ist möglich, vorstellbar und zu empfehlen, entsprechende Events auszurichten, wo dieser Vorteil vor Ort lokal (oder gar privat) genossen werden kann.
      • Abwesende und Deligierende sind natur aus nicht vor Ort und diesbzgl. ausgeschlossen.

  • Volle Basis: 
    • Jede Wahl bei den Piraten ist potentiell eine Urwahl, denn stets sind alle Mitglieder eingeladen und wahlberechtigt. Die Frage ist nur, welche Ausschlusskriterien eine Teilnahme verhindern.
    • Ausschluss von Teilen der Basis:
      • Nur Parteitage schliessen faktisch Teile der Basis aus - aber auch bei LQFB sind Teile durch die teils fehlende Akzeptanz ausgeschlossen. 

  • Geheime Wahl:

Legende: 

In GRÜN sind die Elemente, die FREI VON BARRIEREN sind - ROT kennzeichnen STARK EINGESCHRÄNKTE Bereiche.

Zunächst vergleiche ich nur LQFB in einer Version mit bzw. ohne Möglichkeit zu deligieren. Hinzu kommt an dieser Stelle das schriftliche Begehren, also das Piraten-Begehren (vergleichbar mit Volks- & Bürgerbegehren), das bereits in der Satzung der Piratenpartei ermöglicht wird.

Den gesamten Kontext um Klarnamen, Gesinnungs-Datenbank, etc. lasse ich zunächst aus, weil sich diese nicht um "Barrieren" als solche drehen. Bei etwas Zeit und Analyse werde ich mich dem Thema extra mal stellen.

Worauf ich allerdings eingegangen bin, ist die Frage nach geheimer Wahl, denn diese kann sehr wohl als eine Art Zugangs-Voraussetzung betrachtet werden. Geheim ist bei LQFB nach Pavel Mayer prinzipiell möglich - allerdings zu Lasten der Nachvolliehbarkeit und somit Sicherheit. 

Parteitage: Ich habe die Parteitage aufgeteilt in reine Delegierten-Parteitage (wie diese üblicher Weise bei den anderen Parteien vorkommen - also keine Urwahlen) und Piraten-Parteitage (also als Urwahlen) - wobei ich eine aktuell nicht existente Variante an Piratenparteitagen hinzugefügt habe, wo auch Abwesende ihre Stimme deligieren können.


Mittwoch, 26. September 2012

Woran können Gründungen und Parteien scheitern??


S. Hofschläger / pixelio.de
Meistens liegt es an (Werbe-) Kommunikation, wenn Projekte scheitern! 

Entweder wurde falsch kommuniziert oder es war zu wenig finanzielles Durchhaltevermögen für Werbe- Kommunikationsmittel vorhanden.

Natürlich gehe ich hierbei davon aus, dass es sich bei dem Angebot / der Partei grundsätzlich um eine wirkliche Lösung (und keine Scheinlösung rein illusionär erzeugter Bedürfnisse) handelt. Ist das Endprodukt Mist, sollte es nicht wundern, wenn es auf dem Haufen landet.

Hat die Unternehmung aber wirklich etwas zu kommunizieren und zur Zielgruppe zu transportieren, dann stellt sich meist die Frage, wie sich Angebot und Nachfrage / Problem und Lösung begegnen können. Ohne Kommunikation wird das nichts und diese wird in der Regel von Trägermedien transportiert.



Spielerisch ausgedrückt gibt es folgende Varianten:


  • Die Lösung selbst ist nicht praktikabel, dann sortiert sich diese meist wie von selbst aus.
  • Die Lösung ist zwar praktikabel, wird aber ...
    • a) nicht oder zu wenig kommuniziert
    • b) unverständlich kommuniziert. [Sprache]
    • c) missverständlich oder gar kontraproduktiv kommuniziert. [Logik]
    • d) unsympathisch kommuniziert [emotional]
    • e) an der Zielgruppe vorbei kommuniziert (erreicht die eigentliche Zielgruppe nicht, da die Sprache oder die Medien der Zielgruppe verfehlt wurden). [Ziele & Ausrichtung]
    • f) die natürlichen und logischen Gegenargumente wurden nicht aus dem Weg geräumt [intelektuell]
    • g) die natürlichen instinktiven Gegenbewegungen und / oder Kampagnen wurden nicht logisch widerlegt [instinktiv]
  • Befinden sich die kommunikativen Probleme bereits im Projekt / Team, wird es etwas schwieriger, denn die "innere Kommunikation" färbt sich allzuleicht und viel zu schnell auf die "äussere Kommunikation" ab bzw. wird wahrgenommen. Dies gilt natürlich absolut, wenn es sich um eine transparente Organisation handelt.

    Ebenso gilt dies auch für intransparente Projekte, denn fehlende Transparenz kann sehr wohl für Unverständniss, Missverständnisse, fehlende Sympathie und Verfehlung der Zielgruppe sorgen (b, c, d und e).

Zu wenig Geld:

Neben den verschiedenen Möglichkeiten, wie Kommunikation so schief laufen kann, ist es häufig die finanzielle Puste, die irgendwann versagen kann. 

Was wäre unmöglich, wenn wir endlos Werbekommunikation betreiben könnten?
Bei nahezu endloser Kommunikation, spielen natürlich die kommunikativen Fehler weniger eine Rolle - vorausgesetzt man lernt und kommuniziert die Lernerfolge. Auch das wird häufig vergessen: Veränderungen vergangener Fehler auch nach Aussen zu kommunizieren. Intern scheint bereits alles klar zu sein, aber das Umfeld - die Kunden, Wähler und Interessierte - haben davon noch nichts mitbekommen. Fehler eingestehen, dass kann sympathisch machen ... - bewusst Fehler leugnen, ignorieren oder das Lernen nicht zu kommunizieren, schreckt dagegen eher ab.

 
Ich behaupte, dass praktisch jede funktionierende Ökonomie mit Marketing und Vertrieb spielend und schrittweise zu einer Autarkie in der eigenen Kommunikation (Werbemedien!) kommen und somit schlussendlich den eigenen Erfolg nahezu garantieren kann. 

Sicherlich gibt es noch weitere Faktoren, die ein Scheitern ermöglichen - aber fast jedes
ökonomische und politische Scheitern lässt sich auf kommunikative und mediale Mißstände reduzieren!


"Gewiß, zwei Völker und zwei Sprachen werden einander nie sich so verständlich und so intim mitteilen können wie zwei einzelne, die derselben Nation und Sprache angehören. Aber das ist kein Grund, auf Verständigung und Mitteilung zu verzichten. Auch zwischen Volks- und Sprachgenossen stehen Schranken, die eine volle Mitteilung und ein volles gegenseitiges Vertrauen verhindern, Schranken der Bildung, der Erziehung, der Begabung, der Individualität. Man kann behaupten, jeder Mensch auf Erden könne grundsätzlich mit jedem andern sich aussprechen, und man kann behaupten, es gebe überhaupt keine zwei Menschen in der Welt, zwischen denen eine echte, lückenlose, intime Mitteilung und Verständigung möglich sei - eins ist so wahr wie das andre."

- Hermann Hesse, Das Glasperlenspiel



>>> Können Massenmedien jedes Ziel erreichen?
>>> Ist das Arbeitsamt in Wirklichkeit ein Medium?
>>> Warum für Werbung Geld zahlen ...

>>> Ist die Verfassung "nur" ein Medium? 

Samstag, 22. September 2012

Liebe Piratinnen, Piraten und alles dazwischen,

Eben auf der Brandenburg-Mailingliste gelesen, passt auch auf uns (von Daniel Domscheit-Berg):
 

  mit blutendem Herzen verfolge ich das Gehacke und Getrete, das Geschimpfe, Zurueckgeschimpfe und Zurueckzurueckgeschimpfe. Und alle Kommentare die dann von jedermann und seinem Hund noch folgen.

Ich sage das nicht um hier irgendwen anzuklagen, schlechtzumachen oder irgendwem sein Recht auf freie Meinungsaeusserung abzusprechen. Ich sage das weil es mich sorgt und weil ich keine Lust habe ein bereits erlebtes Kapitel in meinem Leben nochmal in orange zu erleben.


Es gab mal eine Zeit da war ich in einem Projekt involviert von dem die Welt der Meinung war das es ebensolche revolutionieren wird. Mit uns war mehr wie vorher, das Projekt war Teil eines gefuehlten Erwachens unserer Gesellschaft -- des Erwachens von Vernunft, von Veraenderung, von Gleichheit und von Gerechtigkeit.


Das Projekt war einer der Vorboten eines anstehenden Paradigmenwechsels, und mit jedem Tag der verging glaubten mehr Menschen daran, hatten mehr Menschen die Hoffnung das sich endlich wirklich was veraendern koennte -- und zwar endlich mal zum positiven.


Das Projekt kostete alle Beteiligten alles was sie hatten. Energie, Zeit, Herzblut, Geld. Wir investierten was wir hatten im Glauben daran auf dem richtigen Weg zu sein.


Es gab genaugenommen eine ganz simple Regel die aus heutiger Sicht betrachtet viel wichtiger war als es uns allen damals bewusst war: An erster Stelle stand immer das Ziel, danach kam das Projekt, und an dritter und letzter Stelle kamen die Teilnehmer des Projekts und ihre Befindlichkeiten. Das funktionierte wunderbar weil wir mit unseren Zielen und dem Projekt so beschaeftigt waren das keine Zeit war fuer Platz 3. Und es funktionierte genau so lange, bis das nicht mehr der Fall war.


Irgendwann fingen wir an uns um uns selbst zu drehen. Wir fingen an uns gegenseitig fertigzumachen, uns zu streiten, uns zu drohen. Das Resultat waren Angst und Paranoia, Misstrauen und Grabenkaempfe, virtueller Streit und virtuelle Diskussionen ueber virtuelles nichts und wieder nichts.


Vor allem aber resultierte es in der kompletten Unfaehigkeit unsere Ziele und unser Projekt weiter voranzubringen.


Das naechste Resultat war der Verlust der Glaubwuerdigkeit in der Oeffentlichkeit und der Hoffnung der Menschen. Damit wurde diese Teil-Revolution, noch bevor sie richtig in die Gaenge kam, begraben.


Ich bin bis heute davon ueberzeugt das ein Grossteil dieser Probleme durch die Kommunikation ueber Chat, Mails und Co verursacht wurden. Es ist so einfach ausfallend zu werden, so einfach andere zu blockieren, so einfach andere zu demotivieren. Haetten wir uns Angesicht zu Angesicht gegenueber gesessen -- es waere nie soweit gekommen.


Im Endeffekt sind so eine grosse Idee und viel Potential auf der Strecke geblieben -- mehr oder weniger von einem Monat auf den anderen. Und alle fragen sich heute wie das nur passieren konnte.


Alles was ich zu diesem Projekt gesagt habe kann 1:1 auf die Piratenpartei abgebildet werden.


Auch wir sind Hoffnungstraeger. Hoffnungstraeger einer neuen Politik die Menschen aus ihrer Parteien- und Politikverdrossenheit herausfuehren kann. Hoffnungstraeger fuer ein Ende von Intransparenz und Korruption. Hoffnungstraeger fuer ein Ende der Zurueckgebliebenheit von Politik und ihrer unsaeglichen Ignoranz fuer die Zukunft.


Und so sind auch wir Vorboten eines Paradigmenwechsels. Die Alternativen wuerden keinem von uns gefallen -- und den meisten anderen auch nicht.


Daraus resultierend haben wir eine Verantwortung. Eine Verantwortung nicht nur fuer den Umgang mit uns untereinander, sondern auch fuer die Menschen die von dem Funktionieren des politischen Systems abhaengen und auch in Zukunft abhaengen werden.


Wir haben die Verantwortung unsere politische Arbeit zu tun, so gut wir das koennen und mit all unserer Energie, und die Verantwortung das Potential unserer Sache nicht an die Wand zu fahren nur weil wir zu kindisch, trollig oder egozentrisch sind. Oder weil wir gerade zuviel Langeweile haben.


Wir haben die Verantwortung erwachsen zu sein, und als kompetente und knallharte Veraenderer den Bundestag und die Landtage dieses Landes aufzumischen


Wenn wir das nicht schaffen wird keiner da sein der unsere Luecke ausfuellt. Vergesst das nie, und erinnert euch daran wenn ihr das naechste mal auf Send oder Reply klicken wollt. Fragt euch lieber was ihr produktives tun koennt. Es gibt so viel zu tun, keiner muss sich langweilen. Lasst es uns gemeinsam angehen.


Und bevor jetzt irgendeiner antwortet: bitte nicht. Verwendet die Zeit fuer was produktiveres als Smalltalk mit mir oder der Liste.


daniel
http://pir.at/leak

Montag, 10. September 2012

Die "Freie Presse" ist keine Staatsgewalt - die "mediale Gewalt" ist ein Naturgesetz

Das Zeitalter der Neuen Medien bricht über uns herein und stellt, vergleichbar einer Naturgewalt, alles bislang Dagewesene auf den Kopf.

Die Neuen Medien tun dies einerseits deshalb, weil mit ihnen eine Kultur-Revolution an unsere Tür klopft ... und ihnen von Natur aus die "Freie Presse" innewohnt, die auch als "Vierte Gewalt" oder Kontrollorgan der Staatsgewalten beschrieben wird.

Als Naturgewalt handelt es sich gleichzeitig bei den Grundprinzipieln, wie z.B. der Freien Presse, um ein Naturrecht, aus dem sich rechts-philosophisch alle weiteren Menschenrechte und Gesetze ableiten lassen sollten. Recht, das den Naturgesetzen und somit dem Naturrecht wiederspricht, wird sich zwangsläufig irgendwann an der Natur orientieren, wenn dies demokratisch kommunikativ vom Volk verfassungsbildend gesetzt werden kann.
Der Rechtsphilosophie des Naturrechts steht der Rechtspositivismus gegenüber - und beide können heutzutage von einer Systemtheorie des Rechts ergänzt werden.


Aber auch die Möglichkeiten eines Volkes, sich kommunikativ zu verständigen und gar zu einigen, gemeinsam die Welt nach den gemeinsamen Vorstellungen zu gestalten, verfassungsgebend als Souverän zu wirken - sind dem Menschen und Kommunikations-Medien innewohnende Naturrechte.

Handelt es sich hierbei auch um Naturgesetze, dann kommen die Menschen zwangsläufig irgendwann zu dem Punkt, sich austauschen und einigen zu können - oder gar zu müssen ... unabhängig davon, wieviel versucht werden würde, dies zu verhindern. 

Als Naturgewalt würde sich der Wille des Einzelnen über Synergien mit den Wünschen ganzer Gruppen einigen. Die Menschen würden irgendwann - vorausgesetzt sie kommunizieren, lernen und bündeln Ergebnisse in Medien - zu einem Bild einer gerecht funktionierenden Welt kommen und diese Vorstellungen auch umsetzen wollen.

Natürlich kann es auch hinausgezögert werden, dass sich die Menschen einigen - auch Umwege und weitere Entzweiungen sind vorstellbar ... aber irgendwann werden sich Teilnehmer einer immer mehr vernetzten Welt auch immer mehr zusammen rutschen, kennenlernen und Wege finden, die auf den geringsten Widerstand stossen.

Es wird unmöglich sein, dass sich alle Menschen in wirklich allen Punkten einig sind - aber es gibt sehr wohl abstrakte Ziele, wie zB. Frieden, auf die man sich einigen könnte - soweit sich auch die Frage stellt, wie mit Gegnern des Friedens zu verfahren wäre. Soweit wir davon ausgehen können, dass die Menschen in ihren wirklichen Wünschen weit besser zusammen passen, einen Planeten zu teilen - als wenn diese gegen ihre eigentlichen Lebenswünsche leben - bleibt die gemeinsame Lösungsfindung das wichtigste Ziel. Dabei muss nicht zwangsläufig die Lösung gefunden werden, auf die sich alle einigen können - sondern vielleicht der Weg, der am wenigsten Ablehnung erzeugt (systemisches Konsensieren).

Bildmaterial: Gerd Altmann / pixelio.de

Warum sollten wir als Volk den Staat kontrollieren?

Die Kontrolle der Staatsgewalten hat eigentlich nur sekundär etwas damit zu tun, Missbrauch auszuschliessen. Absolut betrachtet will das Volk gewährleisten, dass die Welt gestaltet wird, wie wir diese wirklich wollen. 

Jeder einzelne Mensch will sich ausdrücken - und wir als Volk und Bürger wollen uns ausdrücken. Man könnte behaupten, die Kommunikation selbst sei primär dafür da, dass wir das Zusammenleben selbstbestimmter und selbstausdrückender Individuen in ihren Grundzügen organisieren und miteinander klar kommen können.

Medien transportieren diese Kommunikation auf der Suche nach dem, was wir wirklich wollen - aber auch deren (Zwischen-) Ergebnisse. So gesehen ist auch die Verfassung "nur" ein mediales Zwischenergebnis der kommunikativen Kraft an und für sich. "Zwischenergebnis" deshalb, weil in einer Demokratie die verfassungsgebende Kraft dem Volk imanent innewohnt und praktisch jederzeit ausgeführt und angewandt werden kann.

Man könnte behaupten, dass Kommunikation (und sei diese zunächst mit sich selbst) zwangsläufig darauf hinaus läuft herauszufinden, was man eigentlich wirklich will - was Gruppen wirklich wollen und wie diese organisieren können, dass z.B. eine Welt in ihrem Sinn gestaltet wird. 

Wenn wir unsere Welt gemeinsam gestalten wollen, sind wir auf Kommunikation und mediale Zwischenergebnisse von Gruppen, Ländern oder gar den Erdbewohnern angewiesen. Medien sind somit nicht nur das, was wir Menschen als Einzelner ausdrücken - sondern auch Ausdruck unserer gemeinsamen Wünsche und Abneigungen. 

Finden die Menschen - und sei dies nur in einem Land - zu einem Ergebnis dessen, was diese wirklich wollen und wie dies zu organisieren ist - dann ist dies zweifelsohne ein kommunikativer und multimedialer Prozess... auch wenn dies Medium eigentlich "Verfassung" genannt wird.

Unter der Kontrolle des Staates und seiner Staatsgewalten verstehen wir folglich die sinnvolle Kombination seiner Einzelteile und deren kommunikative Interaktion zu einem Gesamtergebnis, das uns entspricht. Dazu benötigen wir Medien (die o.g. Freie Presse) um uns über die Einzelteile des Staates und unserer Welt zu informieren, diese kombinieren, informieren und lenken zu können - sofern wir ein Ergebnis wünschen, das von unserem Willen ausgeht.

Photos: Benjamin Thorn & Gerd Altmann  / pixelio.de