Die spannendste Entwicklung bislang, finde ich das (Online-) Konsensieren, denn dort werden eine Reihe an Konflikten ausgeschlossen, die bei praktisch allen anderen demokratischen Wahlverfahren vorprogrammiert sind. "Gruppenentscheidungen sind schwierige Prozesse, die oft genug zu Konflikten führen. Systemisches Konsensieren hilft Ihnen, in Gruppen beliebiger Größe konfliktfrei nachhaltige Entscheidungen zu fällen.
Dazu entwickeln die Gruppenmitglieder zuerst möglichst viele Vorschläge. Danach wird für jeden Vorschlag seine Akzeptanz durch die gesamte Gruppe gemessen. Die Vorschläge werden nach dieser Akzeptanz geordnet. Der Vorschlag mit der höchsten Akzeptanz" http://www.konsensieren.eu/ Beim (Online-) Konsensieren fehlt dafür die Text-Entwicklung, die bei adhocracy und echo.to im Fokus liegt.
Der "Gemeinwille" ist ein politikwissenschaftlich umstrittener Begriff, der davon
ausgeht, dass es einen einheitlichen Volkswillen gibt, der
uneingeschränkt dem allgemeinen Wohl und dem Gesamtinteresse einer
Gesellschaft (Gemeinwohl) entspricht. Kritiker fragen, wie dieser Gemeinwille
objektiv festgestellt werden kann und wer (welche Institution) ihn
bestimmt; sie halten dagegen, dass nur die unmittelbar (durch Parteien,
Verbände, Organisationen, Initiativen, Medien etc.) geäußerten Wünsche
und Forderungen der Bevölkerung festgestellt werden können und diese
zusammengenommen (Gesamtwille) Grundlage für politische Entscheidungen
sein können. (bpb)
Was bedeutet es für die aktuelle Politik, wenn die modernen Möglichkeiten eine so revolutionäre Behauptung überprüfbar machen? Entspricht der allgemeine Wille des Volkes tatsächlich dem Gemeinwohl? Und was sind die Konsequenzen, wenn dies überprüft wird?
Nach Bernhard H. F. Taureck (* 1943) ist volonté générale als Metapher
zu verstehen, da sich ein Allgemeinwille, der die jeweiligen
Einzelwillen reell determinierte, weder gegenständlich vorstellen, noch
empirisch nachweisen lasse[6]. Ihr Begriff meine nicht eine verlorengegangene Identität der Einzelwillen im Naturzustand,
sondern verweise vielmehr auf eine mögliche pragmatische
"anthropologische Interesseneinheit der Menschen [...], die auf Dauer
von ihren bisherigen politischen Deformationen zu befreien ist"[7].
Wozu weiter spekulieren? Ist es nicht die Aufgabe der Parteien alle möglichen Mittel zu nutzen, um den Willen des Volkes zumindest festzustellen und ggfs. sogar umzusetzen?