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Sonntag, 2. Dezember 2012

Juristische Güter

Carlo Schrodt / pixelio.de
Jedes Gut ist zunächst und in erster Linie ein jristisches, rechtliches Gut. Nur durch das Recht auf Eigentum und Vertragssicherheit ist es überhaupt möglich Güter zu tauschen und Eigentümer wechseln zu lassen. Praktisch kein Gut, kein Objekt befindet sich wirklich ausserhalb dieses Rechtsraumes, denn selbst schenken ist rechtlich nur unter 5.000,- € steuerfrei möglich und auch Tauschen ist nur im privaten Rahmen frei - und selbst bei diesen beiden Varianten wechselt der Eigentümer.

Besonders die Güter, die anscheinend ausserhalb dieses "Freien Marktes" angesiedelt werden, wie z.B. Gemeingüter / Commons zeigen in Form ihrer komplexen rechtlichen Regelung die grundlegend juristische Art eines jeden Gutes auf. Bei immateriellen Gütern, wie z.B. virtuellen Gütern, wird dies besonders offensichtlich, da diese kopiert und somit multipliziert werden können. Will man ein solches Gut absolut frei zur Verfügung stellen, empfiehlt sich z.B. die GNU-Lizenz - will man die Güter für den privaten Gebrauch und Kopie freistellen bzw. in einzelnen Punkten die Nutzung und Weitergabe einschränken, empfiehlt sich eine der "Creative Commons"-Lizenzen. Dies zeigt besonders gut, dass besonders die Freiheit der Güter vom "Freien Markt" rechtlicher Regulierung unterworfen ist. (siehe auch "Ausschlussprinzip")

Zudem gibt es explizit rechtliche Güter, wie Vertragswerke selbst und deren Entwicklung, Patente, Schutzrechte wie Markenrecht, Gebrauchsmusterschutz, etc.

Von einem "Freien Markt" zu sprechen und damit die Freiheit von Regulierung zu meinen, ist daher extrem irreführend. Der Markt ist absolut nicht frei - sondern basierend auf Rechten des Eigentums, der Vertragssicherheit und dessen Durchsetzung. Das sind auch die Mindestanforderungen, die multinationale Konzerne an einen zu erschliessenden "Freien Markt" stellen.

Und das sind nicht die einzigen grundlegenden rechtlichen Rahmenbedingungen, die Güter und den Markt ermöglichen. Zentral ist das rechtliche Eigentum, welches nach Grundgesetz verpflichtet - z.B. zu Steuern, um das Gemeinwohl finanzieren und ermöglichen zu können.


Sonntag, 4. November 2012

Motivation der Bereitstellung und Regelung der Verteilung von Gütern

Die Aufteilung in "Bereitstellung" und "Verteilung" sowie die vier Gliederungen der "Verteilung" stammen von Edwin von Böventer, Gerhard Illing: "Einführung in die Mikroökonomie", Oldenbourg Wissenschaftsverlag; Auflage: bearbeitete Auflage (14. Mai 1997), ISBN 3486242482, Seite 6f

Gerd Altmann / pixelio.de
  • Motivation der Bereitstellung von Gütern: Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, daß ein Mensch nur durch (monetäre) Anreize bereit ist produktiv zu werden und somit nur durch (monetäre) Anreize eine ausreichende Güterversorgung sicherzustellen ist (Anreiz-Beitrags-Theorie aus der Organisationstheorie von Simon, March und Barnard). Angesichts der ausgeprägten "open everything" - Bewegungen kann diese Theorie in ihrer Allgemeingültigkeit sehr wohl angezweifelt werden. Man könnte zwar behaupte, dass auch hier ein Anreiz der Auslöser ist, allerdings liegt dieser bereits im Geben und Schöpfen und nicht in der Erwartung eines Austauschs, der ja zudemn nicht in allen Fällen erfolgt.

    Da einige Ansätze voraus gingen, wie z.B. der Bürokratieansatz aus der klassischen Organisationslehre - aber auch Ansätze aus der modernen Organisationslehre folgten, wie der eng verknüpfte Humanressourcen-Ansatz, sollte man sich mal die gesamte Organisationslehre vorknöpfen und aus dem Blickwinkel von BGE-Argumentationen aufmischen.


    Wie die Motivation des Menschen aus dem Blickwinkel der Gehirnforschung aussehen kann, zeigt Gerald Hüther in diesem Vortrag:




    • Schöpfen als Anreiz (Hedonistisch)
      • Bereitstellung aus Spaß
      • Bereitstellung dank kreativem Selbstausdruck
    • Einseitige Bereitstellung (kriminell)
      • Gaben der Natur (die meist entnommen werden und nur selten ausgleichend zurück gegeben / gezahlt werden, z.B. ohne Aufforstung)
      • Diebstahl / Raub
    • Bereitstellung aus Altruismus
      • Wohlfahrt / Spende
    • Bereitstellung aus autoritärem Zwang
      In den unteren Einkommensschichten hat sich der sogenannte "monetäre Anreiz" zu einer Motivation aus "autoritärem Zwang" entwickelt.
    • Bereitstellung dank Anreizen
      • nicht monetär
        • Lob
        • Prestige
        • Orden
      • monetär 
        • erzielbare Einkommen
        • mögliche Einsparung von Ausgaben

  • Regelung der Verteilung von Gütern: "Arbeitsteilung" und die "Knappheit der Güter" würden uns zum Tausch veranlassen, heisst es bei Wikipedia. Zumindest Letzteres stimmt nicht mehr bei virtuellen / informationellen Gütern sowie bei Nahrungsmitteln und einigen weiteren Gütern. Diese Begründung müsste folglich grundlegend überarbeitet werden.

    Jedenfalls wird die Verteilung der Güter nach vier großen Prinzipien beschrieben, die nie in Reinform anzutreffen seien (die Soziale Marktwirtschaft wird z.B. als Mischform aus "Markt" und "Teilkontrolle" durch den Staat beschrieben, wobei Öffentliche Güter, Steuern und Subventionen der Autorität zugeordnet werden):

    • Markt: " In einer kompetitiven Ökonomie, in der alle Güter auf Märkten frei getauscht werden, wird eine pareto-effiziente Allokation der Ressourcen erreicht. Es gilt das Prinzip der Zahlungswilligkeit: Wer den Marktpreis bezahlt, bekommt das Gut." Wikipedia

    • Autorität: "Eine Form von Zwang: mittels selbst gewählter oder demokratisch bestimmter Kriterien werden Gesetze erlassen, die die Verteilung bestimmen. Probleme sind hier mögliche Korruption oder die faktische Unmöglichkeit einer Autorität, alle Bedürfnisse der Betroffenen zu kennen." Wikipedia

    • Verhandlung: "Ein durch Diskussion herbeigeführter Einigungsprozess. Hier bleibt fraglich, ob alle Betroffenen sich tatsächlich treffen können oder durch Repräsentanten vertreten werden. Nicht geringen Einfluss haben Machtpositionen oder individuelles Verhandlungsgeschick; sogar die Tradition kann ein eigenständiges Prinzip der Zuteilung sein." Wikipedia

    • Wahl: "Die Betroffenen entscheiden zwischen einer Auswahl Alternativen direkt. Auch hier gestaltet sich die Umsetzung als kompliziert." Wikipedia


Mittwoch, 31. Oktober 2012

GUT (Teil I: Einführung)

Inwiefern haben sich GUT & GÜTER durch die aktuelle Kulturrevolution der Computerwelt verändert?

Aufgrund ihrer allgemein gehaltenen Definition erfassen die Wirtschaftswissenschaften de facto alle Mittel und Leistungen als „Gut“, die irgendeinen Nutzen stiften.  

Demnach ist das "Gut" aus der Seemannssprache (Gesamtheit der Taue und Seile in der Takelage eines Schiffes) nur indirekt gemeint ;-)


Klassifizierung von GUT & GÜTERN:

Die neuen Dimensionen von GUT: 

In dieser Artikelserie werde ich die bisherigen Klassifizierungen von GUT & GÜTERN überarbeiten, denn diese sind an vielen Stellen nicht mehr zeitgemäß

Durch die Computer-Revolution kamen bei den immateriellen Gütern speziell die digitalen Güter - also Musik, eBooks, Online-Journalismus, Video, ... etc. hinzu und lösten - zwar nicht den Buchdruck selbst - aber die Kulturrevolution des Buchdrucks ab.

Besonders durch die Unabhängigkeit vom Datenträger (bei Musik z.B. die Löslösung vom Vinyl) und die absolute Kopierbarkeit kamen neue Möglichkeiten gemeinsam mit neuen Schwierigkeiten auf die Menschen zu. 

Zyklisch wurde das Ende des Vinyl, das Ende des Buchdrucks, das Ende der Zeitschriften, ... usw. heraufbeschworen. Dies trat jedoch nie ein. Sicher hat sich der Markt verändert und ganz sicher sind auch Umsätze eingebrochen (durfte das im Musikbereich selbst mitverfolgen) - aber in Wirklichkeit hat sich der Markt mit den neuen technischen Möglichkeiten nur verändert. De facto werden in den Medienbereichen heutzutage mehr Umsätze und Gewinne eingefahren, als jemans zuvor - nur die Künstler und Kreativschaffenden kommen in der Masse zu kurz ... während andere Künstler bereits dank den Neuen Medien zu einer ungeahnten globalen Aufmerksamkeit und finanzieller Auswertung gelangt sind.



Stefan Meretz / Gütersystematik

In der nebenstehenden Abbildung wird ein Gut durch fünf Dimensionen gekennzeichnet. Neben den bereits genannten Dimensionen Ressource und soziale Form sind das Beschaffenheit, Nutzungsweise und Rechtsform. Sie werden im folgenden vorgestellt. Anschließend will ich die Besonderheiten der Commons noch einmal hervorheben.

 
Mit der Digitalisierung fielen die Grenzen. Daten können die Welt praktisch in Echtzeit umrunden und potentiell jeden Menschen erreichen, ewig kopiert werden - ohne Qualitätsverlust. Zwischen den Menschen und vor allem ihren Daten stehen keine zeitlichen und räumlichen Barrieren mehr.

Es wird also Zeit unsere Vorstellungen von GUT und GÜTERN grundlegend zu überarbeiten und den Boden für ein neues kulturelles Verständnis zu bereiten.


Man unterscheidet zwischen 10 Güterarten:
Sachgüter, auch materielle Güter sind Güter, die man anfassen kann.
Dienstleistungen sind immaterielle Güter + Rechte, also nicht anpassbare Leistungen.
Freie Güter sind kostenlos Güter, die unbegrenzt zur Verfügung stehen. Knappe/wirtschaftliche Güter sind wiederum Güter, die nur begrenzt zur Verfügung stehen und einen Preis haben.


Verbrauchsgüter werden bei ihrer Verwendung verbraucht oder vernichtet, wohingegen Produktionsgüter in Unternehmen zur Herstellung anderer Güter dienen.
Konsumgüter stehen dem Menschen unmittelbar zur Bedürfnisbefriedigung zur Verfügung und Gebrauchsgüter stehen einem zur längeren Zeit zur Verfügung.
Zum Schluss gibt es dann noch Komplementärgüter, dass sind Güter die sich gegenseitig ergänzen (z.B. Lampe und Strom) und Substitutionsgüter, dass sind wiederum Güter die sich gegenseitig ersetzen, wie Butter und Margarine.
Natürlich lässt sich ein Gut in mehrere Güterarten einordnen. (Kreditlexikon)










Gemeine Güter

I. Einführung <<<~~~ Wir sind hier :-)

II. Freie versus knappe Güter
III. Real- versus Nominalgüter

IV. Materielle Güter
V. Immaterielle Güter
VI. Funktionale & Dysfunktionale Güter
VII. Arbeit & Dienstleistungen

A) Recht / Juristische Güter
B) Access / Zugang - Reichweite & Betroffenheit

- Motivation der Bereitstellung und Regelung der Verteilung von Gütern
C) Marketing


Da ich fortlaufend schreibe können sich die Aufteilung sowie die Inhalte der einzelnen Kapitel permanent ändern / überarbeitet werden.

Ich suche Hilfe, um aus den Artikeln ein für die Öffentlichkeit kostenloses pdf zu zaubern: Lektorat, Layout & Illustration. Wer mir dabei helfen will, mailde sich doch bitte: Nils (at) Freie-Mediale.org