Posts mit dem Label Nahrung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Nahrung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 13. Dezember 2012

GUT (Teil II: Freie versus knappe Güter)

Klassifizierung von GUT & GÜTERN:


Frank Radel  / pixelio.de
Die neuen Dimensionen von GUT: 

In der handelsüblichen Wirtschaftswissenschaft wird grundlegend zwischen "Freien Gütern" und "knappen Gütern" unterschieden, wobei letztere den ökonomische Gütern / wirtschaftlichen Gütern oder Wirtschaftsgütern entsprechen.  

"Ein Gut ist frei, wenn es im betreffenden Gebiet zur betrachteten Zeit in so großer Menge vorhanden ist, dass jeder Mensch so viele Einheiten des Gutes konsumieren kann, wie er will, beziehungsweise bis seine Sättigungsmenge erreicht ist." 
(Artur Woll: Allgemeine Volkswirtschaftslehre '96).

"Freie Güter" sind in diesem Sinn nicht zu verwechseln mit Gemeingütern. Als Beispiele für "Freie Güter" werden z.B. Luft und Wasser genannt. An dieser Stelle zeigt sich jedoch ganz besonders, dass die Definition für "Freie Güter" auf sehr dünnem Eis steht und sich vor allem in der modernen Zeit drastisch wandelt. 

Gerade Wasser wird als das "Gold" der Zukunft beschworen und auch frische saubere Luft ist in Ballungszentren bereits "Mangelware". Es könnte absehbar sein, dass auch diese zum wirtschaftlichen Produkt wird. Auch der Emissionsrechtehandel bzgl. der Co²-Belastung ist ein Anzeichen dafür, dass der luftleere Raum zu einem direkten oder indirekten wirtschaftlichen Faktor wird.

"Die Knappheit der Güter beruht einerseits auf der Tatsache, dass sie durch den Einsatz ebenfalls knapper, nur begrenzt verfügbarer Produktionsfaktoren produziert werden müssen (so genannte absolute Knappheit), andererseits darauf, dass die prinzipiell unbegrenzten Bedürfnisse und Wünsche der Wirtschaftssubjekte außerhalb der Möglichkeiten zu deren Befriedigung liegen (so genannte relative Knappheit)."  [TEIA]

Die Frage ist, ob diese bislang "Freien Güter" wirklich frei sind (siehe z.B. Wasserkriege oder Berliner Wasserbetriebe) - ob diese FREI sein oder FREI werden sollten und falls ja, ob die jetzige Definition geeignet ist, deren Freiheit zu verteidigen??

"Auf der anderen Seite können auch knappe Güter zu einer bestimmten Zeit zu freien Gütern werden. So kann eine Rekordernte durchaus dazu führen, dass mehr Äpfel vorhanden sind, als benötigt werden. Da im engeren Sinne bei freien Gütern keine Bewirtschaftung stattfindet, also auch keine Anpflanzung von Obstbäumen, sind Äpfel in de Sinn kein freies Gut, aber ein Überangebot an Brombeeren im Wald schon." *

Die Festlegung "Freier Güter" ist also nicht wirklich geeignet, um die "Freiheit" der Güter zu defenieren. Die Beschreibung ist rein marktwirtschaftlich ("in so großer Menge vorhanden", dass die Preisgestaltung bislang keinen Profit versprach...). 

Angeblich verdanken wir der Knappheit alles: "Angenommen es hätte nie einen Mangel gegeben, dann hätte es vermutlich auch keine Evolution gegeben. Vermutlich wäre der Mensch nicht entstanden. Es hätte auch einen technischen Fortschritt gegeben. Nur die Knappheit der Güter hat den Menschen, Ackerbau zu betreiben, statt weiter nur Nahrung zu sammeln." ... eine gewagte These, wie ich finde...

Auch der Gegenpol zu "Freien Gütern" ist irreführend. 

"Knappe Güter" werden diese genannt und etwas pragmatischer "ökonomische Güter" / "wirtschaftliche Güter" oder "Wirtschaftsgüter".  

Mit "knapp" ist in Wirklichkeit begrenzt gemeint, denn im Gegensatz zu den "Freien Gütern" müssen diese hergestellt, bewirtschaftet und / oder gepflegt werden.  
Unsere globale Nahrungsmittelproduktion, die über 12 Milliarden Menschen - jetzt sofort - ernähren KÖNNTE, zeigt besonders dramatisch, dass diese Güter ganz und gar nicht grundsätzlich knapp sind. Und die digitalen Güter, die zu den immateriellen und somit auch zu den "knappen Gütern" zählen, sind alles andere als knapp oder gar begrenzt. "Knappe Güter" als Beschreibung und Definition (nomen est omen) ist eine gefährliche Irreführung. Dass diese Güter knapp sind, ist schlicht im Interesse der Anbieter, denn genau das steigert bzw. erhält den Preis.

Die Aufteilung und Polarisierung in Güter der Freien Marktwirtschaft und Güter, die sich ganz oder teilweise der Freien Marktwirtschaft entziehen (oder entzogen und besonders geregelt gehören), ist sinnvoll. Die Gemeinsamkeit bzw. das Kriterium der Unterscheidung dieser beiden Bereiche ist das Recht (siehe auch "Eigentum" bzw "Eigentumstheorien").


Insofern gibt es eigentlich nur die Güter des Freien Marktes - sowie die Güter des geregelten Marktes, und Mischformen. Bei den Mischformen spielen jedoch bereits weitere Klassifikationen, wie Verfügung, Zugang & Finanzierung eine bedeutende Rolle, weshalb ich an dieser Stelle nicht tiefer darauf eingehe.

Die NICHT Aneigbaren Güter möchte ich hervorheben, denn schon der Begriff und die Definition zeigen, dass der Freie Markt aktuell nur nicht weiß, wie er sich diese Güter aneignen soll und schlicht realisiert, dass diese Güter nicht voll inkludiert werden können.

Güter - siehe auch Wirtschaftslexikon24


  • Freier Markt
    • private, ökonomische / wirtschaftliche Güter

  • Gemeiner Markt
    • aktuell nicht geregelt:
      • "Freie Güter" wie Luft & Wasser
    • unregelbar:
    • geregelter Gemeiner Markt:
      • Gemeingüter / Kollektivgüter
      • Allmende
      • Öffentliche Güter
      • Kulturgüter


siehe auch "Überfluss im Mangeldenken"

Freie und knappe Gemeingüter

Dass "Freie Güter" (z.B. Wasser und Luft) nicht mit Gemeingütern verwechselt werden sollen. verrät berreits welch Geisteskind die definierenden Wirtschaftswissenschaften sind. Würde die Definition, dass "Freie Güter" in so großer Häufigkeit vorkommen, dass dies für alle Menschen genügt, wirklich ziehen, dann müssten auch die virtuellen Güter wie "open source" Produkte dazu zählen. Aber die Definition stammt nicht aus dem aktuellen Computerzeitalter.

Speziell Wasser (Menschenrecht auf Wasser), aber auch die Luft sollten grundsätzlich zu den Gemeingütern zählen. 

Und auch bei den knappen Gütern, also den Wirtschaftsgütern, sind eine ganze Reihe an Gütern dabei, die dem sogenannten "Freien Markt" entzogen und zumindest teilweise geregelt werden sollten. In meiner Klassifizierung gehören diese dann zu dem "Gemeinen Markt", dessen Bestandteile und Regelungen ich noch bei den "Gemeingütern" (Kapitel IX & X) genauer beschreiben werde.



Anmerkung:
Ich bin kein Gegner des "Freien Marktes" - sogar im Gegenteil. Aber die Analyse der bisherigen Klassifikation zeigt deutlich, dass keine saubere Trennung zwischen den Gütern des Freien Marktes und den sog. "Freien Gütern" bzw. Gemeingütern vollzogen wurde. Die Begiffe und deren Definitionen wurden stets so gewählt, dass sich der Freie Markt offen hält, auch diese Bereiche zu erobern. Eine klare Argumentationslinie, dass es auch schützenswerte Güter ausserhalb des Freien Marktes geben könnte, fehlt absolut. 

Den Beweis, dass die unsichtbare Hand des Freien Marktes auch das Sozialwesen oder Güter von kulturellem Wert regeln oder gar schützen würde, ist der Neoliberalismus schuldig geblieben und hat sich somit ad absurdum geführt. Von daher ist der Freie Markt an den Stellen, wo dieser Existenzbedürfnisse (auch kultureller Art) bedroht, in seine Schranken zu weisen und (wenn es sein muss auch staatlich) zu regeln.

Donnerstag, 19. Juli 2012

Recht auf Nahrung - Recht auf Kapital


Das GRUND-NAHRUNGS-EINKOMMEN (FIAN), das in der Lage ist den Welt-Hunger abzuschaffen, finde ich persönlicher wichtiger als das "Bedingungslose Grundeinkommen".

Es kostet die Industrie-Nationen 1 % des BruttoSozialProduktes. 

Ein Volks- & Bürgerbe
gehren könnte reichen, damit Deutschland mit gutem Beispiel voran geht.


Es ist mehr als nur vorstellbar auch andere Länder hierfür zu begeistern und in demokratischen Umsetzungen zu begleiten.

Auch und gerade in der Krise ist es möglich ein Prozent für die Abschaffung des globalen Hungers zu leisten. Die Abschaffung des Hungers ist eine der größten Leistungen, welche die Menschheit überhaupt vollbringen kann. Damit wird eine bedeutende Wurzel von Gewalt beseitigt. "Überbevölkerung" ist ein ursächlich auf Hunger und Armut basierendes Problem. Eine ganze Kette von Problemen wird sich hierdurch lösen, geradezu entfesseln können. Die Abschaffung des Hungers in der Welt wirkt sich auch direkt auf die Wirtschaft aus. Die hungernden Bevölkerungsanteile werden somit zur Partizipation auch am Markt befähigt, sich in Form von Produkten und Dienstleistungen bzw. dem kreativen Ausdruck beteiligen zu können. Natürlich wird sich dies auch positiv wirtschaftlich auf eine Exportnation wie Deutschland auswirken - auch wenn rein monetäre Aspekte kein Argument gegen die Abschaffung des Hungers sein sollten.


Wenn wir so etwas wie "Grundeinkommen" zunächst für die Ärmsten realisieren, dann haben wir auch nicht das Problem von "Wirtschafts-Flüchtlingen", die angeblich alle BGE-Länder zu fluten drohen. Grund-NAHRUNGS-Einkommen ist auch der ideale Testlauf für globale, tansnationale oder lokale Versionen des Grundeinkommens.




Jean Ziegler - Von 2000 bis 2008 war er UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung – zuerst im Auftrag der Menschenrechtskommission, dann des Menschenrechtsrats – sowie Mitglied der UN-Task Force für humanitäre Hilfe im Irak. 2008 wurde Ziegler in den Beratenden Ausschuss des Menschenrechtsrats gewählt. Er ist ausserdem im Beirat der Bürger- und Menschenrechtsorganisation Business Crime Control.

Dies erlaubt auch einen Schwenk auf die Tatsache, dass wir für 12 Milliarden Menschen - also praktisch doppelt so viele wie vorhanden - zu Essen haben.

Ich bin der Überzeugung, dass ein "Grundeinkommen" lokal einfacher umzusetzen ist, wenn durch ein globales "Grundnahrungs-Einkommen" der Welthunger abgeschafft ist. Je stärker dies Gefälle ist, umso mehr nationale Probleme bzgl. "Währungs-Kompatibilität" ;-) und Zuwanderung entstehen erst. Globales Grund-Nahrungs-Einkommen ist die Grundlage für lokale Bedingungslose Grundeinkommen.

Wenn "so etwas wie ein BGE" eingeführt wird, ist darauf zu achten, dass dank der Kompromisse, die man mit anderen Parteien eingeht, am Ende nichts herauskommt, das letztlich unseren Sozialstaat abbaut und nur den Namen "Grundeinkommen", "Lebensgeld" oder ähnliches trägt. Was sich auch immer "BGE" o.ä. nennt, muss das Sozialwesen und unsere Errungenschaften wie die Gesundheitsversorgung insgesamt stärken und ausbauen. Es gibt eine ganze Reihe von Komponenten beim BGE, die nicht verbogen werden dürfen. Dafür gibt es sicherlich Stufen, wie z.B. weniger Bedingungen bei ALG I & II - wo die Realität näher auf das BGE zukommt. Eine Art Stufenplan ist vorstellbar und wichtig für die Verhandlungen, damit unser Wirtschafts- & Sozialsystem bei den nächsten "Reformen" NICHT über den Tisch gezogen wird. Es wäre nicht das erste mal ;-)



Interessante Rechnung zur Finanzierung des Grundeinkommens
- vor allem auch aus der Sicht der Ersparnisse


Die Frage nach der Finanzierung des Grundeinkommens ist sekundär, wenn man sich die Herausforderung der Demokratisierung des Geld-Systems insgesamt anschaut. Ein "Grundeinkommen" ohne demokratische Geldschöpfung ist für mich nur Kosmetik. 

Wenn die Geldschöpfung wieder in Bürgerhand ist, lohnt es sich genau hinzuschauen, was wir mit dem Profit daraus gemeinsam finanzieren und ermöglichen wollen. Auch und gerade bei den Wasserbetrieben, Bahn, Strom, ... aber auch den Banken, hat sich die Privatisierung (PPP) nicht bewährt, sondern von der schlechtesten Seite des Kapitalismus gezeigt. Eine wichtige Konsequenz aus der aktuellen Krise sollte sein, diesen Ausverkauf von "Bürger-Eigentümern" rückgängig zu machen - um nicht auch noch die Grundversorgungen zu verlieren.


Magnus Bankmann

Die wirtschaftliche Umsetzung der Problemlösung des Hungers über das Medium "GELD" zeigt auch die Notwendigkeit ein RECHT AUF KAPITAL einzufordern, welches die Partizipation erst möglich macht. Selbst um ein (Menschen-) Recht einzufordern, wird Kapital benötigt - das Rechtssystem impliziert geradezu ein Recht auf Kapital. Im Prinzip ist dies nur die Vergabe von Krediten. Die demokratische Geldschöpfung ist die Umsetzung des Rechts auf Kapital und Teilhabe, wenn jeder Mensch einen angemessenen Kreditrahmen zur Verfügung hat. Aktuell werden mit diesem Kreditrahmen nicht unbedingt Projekte des Gemeinwohls finanziert. Ob eine Bank rettungswürdig ist liegt daran was diese finanziert hat!

Die künftige Vergabe öffentlicher Aufträge wird sicherlich von ökologischen, sozialen und dem Gemeinwohl dienenden Standards abhängig werden. Unternehmen selbst müssen als juristische Personen mehr in die Verantwortung ihres eigenen Handelns genommen werden können. Nicht "GESUNDES" ist zu labeln - sondern giftiges, schädliches, vernichtendes, ... etc. ist gesetzlich zu unterlassen.


Komplementärwährungen wie Lokalwährungen und auch wirtschaftliche Tausch-Ringe (Bartering) sind rechtlich zu bestärken und wirtschaftlich zu fördern. Eine derart funktionierende "Infrastruktur" ist eine wichtige Absicherung gegen Krisen und scheint im Trend der Zeit zu liegen. 

ooooooo

Grundsätzlich glaube ich, dass eine Währungs-Vielfalt insgesamt gesünder ist und die "Leidwährung Euro" zu sehr überbewertet wird. Der Euro ist sinnvoll für den europäischen und globalen Handel. Das widerspricht nicht zusätzlichen ländereigene Währungen wie D-Mark & Co. Dies scheint mir - auch angesichts der Risiken - sicherer. Es scheint um sogar um eine Art Gleichgewicht zwischen lokalen und globalen Währungen zu gehen, um insgesamt eine Stabilität erreichen zu können.

Ich bin stark für eine Vereinfachung des Steuer-Systems und eine Umschulung der Steuerberater - aber die Finanzierung von BGE und Staatsaufgaben über eine reine Konsumsteuer alleine ist nicht sozial gerecht. Die oberen Einkommensschichten konsumieren nicht vergleichbar viel, wie diejenigen, die kaum zum sparen kommen. Die arbeitende Bevölkerung würde primär die Steurlast tragen. Ausgleichende Vermögens-, Tobin-, Maschinen- bzw. "Hortungs-" Steuern müssten hinzu.


© Mike Auerbach / Oxfam Deutschland
(Motiv frei nach Thomas Hesterberg)

Auch mein Ar*** demonstriert hier. Als ich das Bild bekam bewunderte ich zunächst meinen Körper - bis ich realisierte: oh ne, ich bin ja der daneben ;-)
  • Die Bundesregierung verspricht seit Jahren die Gelder für die Armutsbekämpfung anzuheben - hält sich aber nicht daran und lügt somit öffentlich. Die versprochenen Leistungen sind umgehend nachzuholen!
    Quelle: http://www.oxfam.de/publikationen