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Donnerstag, 3. Januar 2013

Limitierte Güter & Seltenheitswerte

Limitierte Güter:

Begrenzte Güter sind tatsächlich in ihrem natürlichen Vorkommen nicht ausreichend für die gesamte Menschheit vorhanden.

Dies betrifft keine Güter existentieller Grundbedürfnisse für ein menschenwürdiges Leben.


Seltenheitswerte:

  • Unikate
  • seltene Exemplare

Unterproduktion (Nachfrageüberhang)

Unterproduktion ist eine Form von Knappheit, die vorlegt, wenn Güter zwar in ausreichendem Maße hergestellt werden könnten, aber sich nicht genügend Menschen finden, um dies tatsächlich zu tun.

Künstlich verknappte Güter

Die künstlich verknappten Güter sind ein Ausdruck des Überflusses (im Mangeldenken).

Überproduzierte Güter:


Milchsee / foodaktuell.ch
"Die Überproduktion ist ein wirtschaftlicher wie auch ein medizinischer Begriff und bezeichnet allgemein einen Zustand, in dem von etwas mehr erzeugt, hergestellt oder produziert wird als tatsächlich benötigt." Wikipedia 

Diesen Begriff der "Überproduktion" weite ich auf jegliche Produktion aus, die aufgrund von Fehlern, Mängeln nicht für den Markt geeignet sind - wie z.B. Ausschuss und Mangelware - bzw. nur mit Aufwand dem Markt und den Kreisläufen wieder zugeführt werden können, wie Müll.

Überproduktion findet in der Regel aufgrund von Misswirtschaft, meist wegen fehlender / falscher Information statt (Markttransparenz / Informationsökonomik) - oder zur Erzeugung künstlicher Knappheit, stbilem Preis und eigenem Profit (im Fall von Lebensmitteln) zu Lasten hungernder und sterbender Menschen.

Im Fall von Müll ist dies fehlende Aufklärung und Misswirtschaft mit System, denn "Müll" passt so gar nicht zu der veralteten Vorstellung von "knappen Gütern" (ausser man wolle sich an der künstlichen Verknappung beteiligen!). Müll ist ein Ausdruck von einer Kultur, die ihre eigenen lebensnotwendigen Kreisläufe auf Kosten derer, die den Mangel zu spüren bekommt, vernichtet und vergiftet.

Bei Ausschuss, Mangelware und Müll handelt es sich meist um "kalkulierte Überproduktion", da der finanzielle Aufwand hierfür meist in die Preiskalkulation einfliesst.


Mittwoch, 19. Dezember 2012

Güter als Medien begreifen

S. Hofschläger / pixelio.de
Die "Mediale Wirtschaft" begreift Güter als "Medien". Gut und Güter haben grundsätzliche mediale Eigenschaften:
  • Jedes Gut ist in erster Linie ein Juristisches Gut. Dies betrifft einerseits Eigentum und die Rechtssicherheit wirtschaftlicher Transaktionen wie z.B. das Handelsrecht und BGB - aber auch ganz besonders lokale, globale und universelle Gemeingüter, die in ihrer Freiheit vom Freien Markt, in Allokation, Zugang (Access), Verteilung, Verfügbarkeit, ... etc. rechtlich geregelt und schützenswert sind. Somit ist jedes Gut grundsätzlich Träger geistiger (rechtlicher) Vereinbarungen, die deutlicher zum Ausdruck kommen, wenn Gut und Güter fortan als "Medien" begriffen werden.

  • Nominale Güter sind Medien - Geld ist ein Medium. Es existiert in haptischer Form aus dem Medium Papier bzw. Metallen - und rein virtuell als Bits und Bytes, die sich zu Summen auf Bankkonten bündeln und beliebig über Datenleitungen um die Welt geschickt werden können. Nominale Güter sind grundsätzlich juristische Güter mit offensichtlichen persönlichen, weniger offensichtlichen gesamtgesellschaftlichen - aber auch verdrängten bzw. versteckten und ungeklärten rechtlichen Absprachen.

    • offensichtlich persönlich ist die Anerkennung der Nominalen Medien als offizielles Zahlungsmittel. Jeder Schuldner soll in der Lage sein, mit diesem Nominalen Medium seine Schuld zu begleichen und darf nicht gezwungen werden, Hühner oder Gold dafür aufzutreiben.

    • weniger offensichtlich ist der Geldschöpfungsprozess mit seinen gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen. Da Geld in der Regel aus Kredit entsteht, steht jedem Guthaben eine Schuld gegenüber - und allen Schulden steht die gleiche Summe als Vermögen gegenüber. Werden sämtliche Schulden getilgt, so auch alles Vermögen und Geld wäre abgeschafft. Geld soll folglich die Spanne zwischen zukünftigem und vergangenem Konsum oder zukünftiger und vergangener Produktion abdecken und diese ausgleichen. Eine Schuld / Kredit ist leicht verständlich als eine Verpflichtung erwirtschafteten Gewinn in dieser Höhe auch wieder zu zaheln. Aber genauso ist Guthaben eine weder offensichtliche, noch geforderte oder geförderte Vereinbarung, dieses Guthaben auch wieder zu konsumieren, dass dies in der insgesamten Geldmenge des Wirtschaftskreislaufes nicht denjenigen fehlt, die eine Schuld zu begleichen haben. Neben diesen Vereinbarungen, die mit Nominalen Gütern einhergehen, ist auch die Wirkung von Inflation und Deflation, die aus dieser Spanne verfügbarer Nominaler Medien und verfügbarer bzw. gar notwendiger Güter hervorgehen, eine Art gesamtgesellschaftlicher Absprache - sozuasgen das nicht abgedruckte Kleingedruckte auf unserem Geld.

    • verdrängt wird bei Nominalen Medien gerne die Exit-Strategie, wenn das Gesamtsystem versagt - und das tut es zyklisch etwa alle 50 Jahre (eigentlich ein Hinweis darauf, dass ein Bug im Code dieses Systems vorherrscht). An die Stelle einer Deckung mit z.B. Gold tritt hier eine der möglichen Exit-Strategien zulasten der Bevölkerung (auch eine Form von Deckung!). Dabei ist die persönliche Exitstrategie wenigstens in Form der geordneten Insolvenz geregelt. Die Exit-Strategie für das Gesamtsystem ist keiner wirklichen Regelung unterworfen. Im Prinzip wurde das Risiko, das mit der Verwendung Nominaler Medien einhergeht, mit den Marktteilnehmern nicht abgesprochen. Üblich sind dann z.B. Schulden-Schnitt (wie bei der Insolvenz) oder auch entsprechende Vermögenssteuern zum Ausgleich (um das gehortete und dem Kreislauf entzogene Nominale Gut wieder dem Kreislauf zuzufügen).

  • Materielle Güter sind immer aus irgendeinem Medium "geschnitzt", wie z.B. Holz. Virtuelle Güter sind für unsere Computergeneration leichter als Medien begreifbar, auch wenn es sehr wohl haptische Medien, wie Bücher, Datenträger und Peripherie / Endgeräte gibt. Güter als Medien zu begreifen wird also durchaus den verwendeten Produktionsgütern, Rohstoffen - aber eben auch den geistigen Eigenschaften immaterieller Güter gerecht. 

  • Energie ist eines der Güter, die streng genommen weder bei materiellen Gütern, noch bei immateriellen Gütern einsortiert werden kann. Energie als ein Medium zu begreifen, erleichtert dies, denn in der Regel haben sämtliche immateriellen Güter materielle Entsprechungen, wie z.B. die Datenträger oder Hardware bei virtuellen Gütern.

  • Auch Arbeitskraft und Dienstleistungen sind in der bisherigen Kategorisierung von Gut und Gütern eher auf verlorenem Posten. Diese Medien menschlicher Schöpfungs- & Leistungskraft muss ich mir noch vorknöpfen und genauer analysieren (siehe auch Einführung und Übersicht "Die neue Dimension von GUT").


Begrifflichkeit:

An sich ist "Medium" ein Begriff, der sich nicht auf "Gut und Güter" begrenzt, denn als Medium kann alles aufgefasst werden, das sinnlich wahrgenommen werden kann. "Medien" sind daher eher eine Wirklichkeitsbeschreibung, geradezu ein Weltbild des schöpferischen Ausdrucks des Menschen und sämtlicher seiner Eindrücke. 

Die Begriffe "Gut und Güter", so schön diese sind und an das GUTE im Menschen erinnern könnten - so ausgelutscht und fern vom Guten sind diese zu bedeutenden Teilen.  

Die Herkunft von GUT:



Das Schöne an den Begriffen "Gut und Gütern" ist die Erinnerung daran, dass diese Produkte menschlicher Schöpferkraft in ein Gefüge, in die menschliche Gesellschaft passen - nachgefragt werden müssen. Gleichzeitig lässt dies auch das Bestreben des Menschen erkennen, Teil des Ganzen und als solcher anerkannt zu sein. 

Gleichzeitig könnte das "Anklammernde" und "Festhalten" in der Gegrifflichkeit von "Gut" eine Warnung sein - die Ermahnung auch loslassen zu können.

Denn der Mensch ist hergegangen und hat begonnen seine gesamte Welt als Güter zu erklären, zu Dingen zu machen und zu vermarkten. 

Diese Gefahr liegt auch in dem Begriff "Medium". Viel mehr noch, könnte der Mensch zu einer Zeit, wo der Begriff "Medium" zu einer Ideologie verkommen ist, hergehen und sämtliche Ein- & Ausdrücke des Menschen zu Elementen des Marktes machen.

Daher liegt die Herausforderung in der Kulturrevolution der Immateriellen Güter, die uns das Computerzeitalter beschert hat, eine klare Abgrenzung des Marktes zu lokalen, globalen und universellen Gemeingütern herzustellen und ein-für-allemal grundsätzlich zu klären, wo die Grenzen des Marktes sind und wie dieser vor dem Gut und Guten des Menschen zu zügeln ist.

Auch der Begriff "Medien" mag vielleicht eines Tages verkommen. Hier jedoch soll er dienen, dass jeder Mensch sein Verständnis von Gütern neu überdenkt und klärt - sich des Gefüges der ihn umgebenden Sinneseindrücke bewusst wird und seinem Ausdruck, als Teil der vorhandenen Eindrücke, ebenso den vollen Wert beimisst.


Sonntag, 2. Dezember 2012

GUT (Teil V: Immaterielle Güter)

Klassifizierung von GUT & GÜTERN:


Gerd Altmann  / pixelio.de
Die neuen Dimensionen von GUT: 

Wie im Artikel "Real- versus Nominalgüter" dargelegt, rechne ich die Nominalgüter zu den immateriellen Gütern, vergleichbar den "Rechten".

Dafür erhalten bei mir Arbeitskraft und Dienstleistungen eine eigene Kategorie, denn speziell Arbeit verdient es, als Gut differenziert betrachtet zu werden.

>>> Das Geistige Eigentum wird von mir nochmals ein eigenes Kapitel verpasst bekommen!

  • Nominalgut
    "Unter einem Nominalgut versteht man im Rechnungswesen und in der Finanzwirtschaft die monetäre Bewertung eines Gutes (in Geldeinheiten) z. B. den Geldwert ge- oder verkaufter Waren, Informationen oder Dienstleistungen ohne Berücksichtigung ihres realen Wertes.

    Im Gegensatz zu Realgütern existieren Nominalgüter nur in virtueller Form, z. B. in Form von Krediten, Forderungen und Verbindlichkeiten oder Beständen an liquiden Mitteln und Bargeld. In der Regel erfolgt der Erwerb oder Verlust von Nominalgütern durch einen entsprechenden Verlust oder Gewinn an Realgütern.

    Beispiel: Bei dem Erwerb eines Brötchens (Realgut) wird Geld (Nominalgut) ausgegeben." 
    (Wikipedia
    • Beispiele:
      • Geld / Währungen
      • Komplementär-Währungen 
      • Gutscheine
      • Virtuelle Währungen wie auch z.B. Bitcoins, Facebook Credits, ...
      • ...
     

  • Rechte / ideelle Güter

  • "Digitale Güter
    Gerd Altmann  / pixelio.de
    sind immaterielle Mittel zur Bedürfnisbefriedigung, die sich mit Hilfe von Informationssystemen entwickeln, verteilen oder anwenden lassen."Attribute:

    - diese sind einfach zu duplizieren
    - es besteht kein Unterschied zwischen einem Originalgut und einer Kopie
    - das Gut veraltet in der Regel sehr schnell (Börsenkurse in Tagen, Hitparadenmusik in Wochen, Software in Monaten/Jahren)
    - eine Ausnahme bilden Publikationen, wo maximal die zur Nutzung nötige Infrastruktur (Hardware/Software) veralten kann.
    - geringe Vertriebskosten des Guts (insbesondere durch das Internet)
    - geringe Zeitabstände, bis eine Nachfolgeversion auf den Markt kommt

     
    • Virtuelle Güter sind Güter, die real (d. h. gegen Geld) erworben werden, die aber nur in einer virtuellen Welt (z.B. in einem Computerspiel oder einem sozialen Netzwerk im Internet) einen Gebrauchswert haben.

Wikipedia

Immaterielle Gemeingüter:








Artikel-Übersicht: http://pir.at/gut

Juristische Güter

Carlo Schrodt / pixelio.de
Jedes Gut ist zunächst und in erster Linie ein jristisches, rechtliches Gut. Nur durch das Recht auf Eigentum und Vertragssicherheit ist es überhaupt möglich Güter zu tauschen und Eigentümer wechseln zu lassen. Praktisch kein Gut, kein Objekt befindet sich wirklich ausserhalb dieses Rechtsraumes, denn selbst schenken ist rechtlich nur unter 5.000,- € steuerfrei möglich und auch Tauschen ist nur im privaten Rahmen frei - und selbst bei diesen beiden Varianten wechselt der Eigentümer.

Besonders die Güter, die anscheinend ausserhalb dieses "Freien Marktes" angesiedelt werden, wie z.B. Gemeingüter / Commons zeigen in Form ihrer komplexen rechtlichen Regelung die grundlegend juristische Art eines jeden Gutes auf. Bei immateriellen Gütern, wie z.B. virtuellen Gütern, wird dies besonders offensichtlich, da diese kopiert und somit multipliziert werden können. Will man ein solches Gut absolut frei zur Verfügung stellen, empfiehlt sich z.B. die GNU-Lizenz - will man die Güter für den privaten Gebrauch und Kopie freistellen bzw. in einzelnen Punkten die Nutzung und Weitergabe einschränken, empfiehlt sich eine der "Creative Commons"-Lizenzen. Dies zeigt besonders gut, dass besonders die Freiheit der Güter vom "Freien Markt" rechtlicher Regulierung unterworfen ist. (siehe auch "Ausschlussprinzip")

Zudem gibt es explizit rechtliche Güter, wie Vertragswerke selbst und deren Entwicklung, Patente, Schutzrechte wie Markenrecht, Gebrauchsmusterschutz, etc.

Von einem "Freien Markt" zu sprechen und damit die Freiheit von Regulierung zu meinen, ist daher extrem irreführend. Der Markt ist absolut nicht frei - sondern basierend auf Rechten des Eigentums, der Vertragssicherheit und dessen Durchsetzung. Das sind auch die Mindestanforderungen, die multinationale Konzerne an einen zu erschliessenden "Freien Markt" stellen.

Und das sind nicht die einzigen grundlegenden rechtlichen Rahmenbedingungen, die Güter und den Markt ermöglichen. Zentral ist das rechtliche Eigentum, welches nach Grundgesetz verpflichtet - z.B. zu Steuern, um das Gemeinwohl finanzieren und ermöglichen zu können.


Sonntag, 4. November 2012

GUT (Teil VI: Funktionale & Dysfunktionale Güter)

Ich führe die "Funktionalen Güter" und "Dysfunktionalen Güter" aus mehreren Gründen ein:
Gerd Altmann  / pixelio.de

  • Strom lässt sich streng genommen weder bei materiellen noch bei immateriellen Gütern einsortieren. 

  • Würde man Müll, Ausschuss, geplante Obsoleszenz und das Vernichten von Gütern einfach so bei den bisherigen "knappen" Wirtschaftsgütern einsortieren, könnte man deren Hintergründe geschickt verschleiern.

  • Es lohnt sich zwecks Vereinfachung, die Güter, die eine gesellschaftliche, wirtschaftliche oder soziale Funktion erfüllen, gebündelt zu betrachten.

Funktionale Güter:

Funktionale Güter erfüllen eine soziale, gesellschaftliche / kulturelle oder wirtschaftliche Funktion von hoher oder gar existentieller Bedeutung. Funktionale Güter zeichnen sich durch ihre Lösungsorientierung und NOTwendigkeit aus.

Es gibt auch "Funktionale Güter", die aufgrunde eines "Dysfunktionalen Marktes" einer besonderen Förderung oder Regulierung bedürfen - sogenannte meriotische und demeriotische Güter.

Grundlegende Funktionen sind z.B.: Gesundheit, Bildung, Frieden,

Funktionale Güter sind häufig Gemeingüter oder unterstehen besonderen gesetzlichen Regelungen, besonders wenn sich deren Notwendigkeit aus Grundrechten wie auch dem Menschenrecht ableiten lassen. (siehe auch)


Subfunktionale Güter:

Subfunktionale Güter sind auslaufende Güter / Technologien, die ersetzt werden oder ersetzt gehören - bzw. sich ab erreichen eines funktionalen Zieles erübrigen. Subfunktionale Güter sollten stets mit dem zu ersetzenden "Funktionalen Gut" benannt werden.

"Subfunktional" ist dabei eine Anlehnung an "strategische Erfolgsfaktoren".
Die sinnvolle Änderung einer Dysfunktion in eine Funktion kann als "Transfunktion" beschrieben werden.

Subfunktionale Güter können wie folgt mit Gemeingütern in Verbindung gebracht werden: Die Entsorgung der Dysfunktionalen Güter (z.B. "Atommüll" als Dysfunktionales Gemeingut) bzw. die Förderung der "Funktionalen Ersatzgüter" (wie z:b. Solar-, Wind- & Wasserkraft).


Dysfunktionale Güter:

Dysfunktionale Güter sind ein Ausdruck von Versagen oder Missbildungen des Marktes, der Gesellschaft / Kultur bzw. des Sozialen. Dysfunktionale Güter zeichnen sich durch ihre Problemorientierung und das Schaffen von Problemen aus. Meistens werden unNÖTIGE und unverhältnissmässig viele Probleme geschaffen - gegenüber der Leistung, die dem Dysfunktionalen Gut nachgesagt wird.

Klassische Dysfunktionale Gemeingüter sind z.B. der Atommüll oder die "Militärischen Güter".


Dual Funktionale Güter

Dual Funktionale Güter lassen sich in mehreren Kategorien der Funktionalität einsortieren - speziell: "dual use goods" (dual nutzbare Güter), die einerseits militärisch und andererseits gebräuchlich eingesetzt werden können und daher rechtlich besonders geregelt werden. 

Im übertriebenen Sinn ist bereits das bekannte Buttermesser, das auch als Waffe eingesetzt werden kann, ein "Dual Funktionales Gut".


Beispiele:


Funktionale Güter (Infrastrukturgüter):
  • Funktionale Infrastrukturgüter:
    • Strom ist ein funktionales Gut. Ohne Strom wäre die Gesellschaft, wie wir diese heute kennen, undenkbar. Aber auch und besonders das Soziale, die Wirtschaft selbst und die Kultur würde ohne Strom mehr als nur beschnitten. Gleichzeitig kann Atomstrom bereits bei den Dys- & Subfunktionalen Gütern einsortiert werden.
    • Verkehr und Straßennetz
    • Öffentlicher Nahverkehr 
  • Sozial Funktionale Güter: 
    • Medikamente, speziell Generika, können z.B. im Rahmen eine Epedemie, zu einem funktionalen Gut werden.
    • Schulen, Bildungswesen
    • Krankenhäuser, Gesundheits
  •  

Subfunktionale Güter:
  • Minen-Räumfahrzeuge & Militär-Entsorgung
    Die lösungsorientierten Komplementäre zu den "Militärischen Gütern"
  • Militärische Güter, Waffen 
  • Atomstrom 


Dysfunktionale Güter:
  • Atomstrom 
  • Müll
  • Ausschuss
  • Gütervernichtung
  • geplante Obsoleszenz


Dual Funktionale Güter
  • Alltagsprodukte, die auch als Waffen eingesetzt werden können
  • Substanzen wie Morphium, die als Medikament und Droge zum Einsatz kommen können
  • Externalität kann je nachdem, ob es sich um "Funktionale" oder "Dysfunktionale" Güter bzw. eher Leistungen handelt, unterschiedlich einsortiert werden.



Motivation der Bereitstellung und Regelung der Verteilung von Gütern

Die Aufteilung in "Bereitstellung" und "Verteilung" sowie die vier Gliederungen der "Verteilung" stammen von Edwin von Böventer, Gerhard Illing: "Einführung in die Mikroökonomie", Oldenbourg Wissenschaftsverlag; Auflage: bearbeitete Auflage (14. Mai 1997), ISBN 3486242482, Seite 6f

Gerd Altmann / pixelio.de
  • Motivation der Bereitstellung von Gütern: Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, daß ein Mensch nur durch (monetäre) Anreize bereit ist produktiv zu werden und somit nur durch (monetäre) Anreize eine ausreichende Güterversorgung sicherzustellen ist (Anreiz-Beitrags-Theorie aus der Organisationstheorie von Simon, March und Barnard). Angesichts der ausgeprägten "open everything" - Bewegungen kann diese Theorie in ihrer Allgemeingültigkeit sehr wohl angezweifelt werden. Man könnte zwar behaupte, dass auch hier ein Anreiz der Auslöser ist, allerdings liegt dieser bereits im Geben und Schöpfen und nicht in der Erwartung eines Austauschs, der ja zudemn nicht in allen Fällen erfolgt.

    Da einige Ansätze voraus gingen, wie z.B. der Bürokratieansatz aus der klassischen Organisationslehre - aber auch Ansätze aus der modernen Organisationslehre folgten, wie der eng verknüpfte Humanressourcen-Ansatz, sollte man sich mal die gesamte Organisationslehre vorknöpfen und aus dem Blickwinkel von BGE-Argumentationen aufmischen.


    Wie die Motivation des Menschen aus dem Blickwinkel der Gehirnforschung aussehen kann, zeigt Gerald Hüther in diesem Vortrag:




    • Schöpfen als Anreiz (Hedonistisch)
      • Bereitstellung aus Spaß
      • Bereitstellung dank kreativem Selbstausdruck
    • Einseitige Bereitstellung (kriminell)
      • Gaben der Natur (die meist entnommen werden und nur selten ausgleichend zurück gegeben / gezahlt werden, z.B. ohne Aufforstung)
      • Diebstahl / Raub
    • Bereitstellung aus Altruismus
      • Wohlfahrt / Spende
    • Bereitstellung aus autoritärem Zwang
      In den unteren Einkommensschichten hat sich der sogenannte "monetäre Anreiz" zu einer Motivation aus "autoritärem Zwang" entwickelt.
    • Bereitstellung dank Anreizen
      • nicht monetär
        • Lob
        • Prestige
        • Orden
      • monetär 
        • erzielbare Einkommen
        • mögliche Einsparung von Ausgaben

  • Regelung der Verteilung von Gütern: "Arbeitsteilung" und die "Knappheit der Güter" würden uns zum Tausch veranlassen, heisst es bei Wikipedia. Zumindest Letzteres stimmt nicht mehr bei virtuellen / informationellen Gütern sowie bei Nahrungsmitteln und einigen weiteren Gütern. Diese Begründung müsste folglich grundlegend überarbeitet werden.

    Jedenfalls wird die Verteilung der Güter nach vier großen Prinzipien beschrieben, die nie in Reinform anzutreffen seien (die Soziale Marktwirtschaft wird z.B. als Mischform aus "Markt" und "Teilkontrolle" durch den Staat beschrieben, wobei Öffentliche Güter, Steuern und Subventionen der Autorität zugeordnet werden):

    • Markt: " In einer kompetitiven Ökonomie, in der alle Güter auf Märkten frei getauscht werden, wird eine pareto-effiziente Allokation der Ressourcen erreicht. Es gilt das Prinzip der Zahlungswilligkeit: Wer den Marktpreis bezahlt, bekommt das Gut." Wikipedia

    • Autorität: "Eine Form von Zwang: mittels selbst gewählter oder demokratisch bestimmter Kriterien werden Gesetze erlassen, die die Verteilung bestimmen. Probleme sind hier mögliche Korruption oder die faktische Unmöglichkeit einer Autorität, alle Bedürfnisse der Betroffenen zu kennen." Wikipedia

    • Verhandlung: "Ein durch Diskussion herbeigeführter Einigungsprozess. Hier bleibt fraglich, ob alle Betroffenen sich tatsächlich treffen können oder durch Repräsentanten vertreten werden. Nicht geringen Einfluss haben Machtpositionen oder individuelles Verhandlungsgeschick; sogar die Tradition kann ein eigenständiges Prinzip der Zuteilung sein." Wikipedia

    • Wahl: "Die Betroffenen entscheiden zwischen einer Auswahl Alternativen direkt. Auch hier gestaltet sich die Umsetzung als kompliziert." Wikipedia


Donnerstag, 1. November 2012

GUT (Teil III: Real- versus Nominalgüter)

Klassifizierung von GUT & GÜTERN:



Michael Andre May  / pixelio.de
Die neuen Dimensionen von GUT: 

Auch die Aufteilung in Realgüter und Nominalgüter hinkt.

Realgüter werden aufgeteilt in materielle und immaterielle Güter. Da stellt sich die Frage, ob Nominalgüter nicht besser bei den immateriellen virtuellen Gütern aufgehoben sind. Schliesslich handelt es sich nicht um Ressourcen wie Gold.

Es würde Sinn machen, Nominalgüter getrennt von allen anderen Gütern zu klassifizieren, wenn diese nicht als Investitionsgut betrachtet werden sollen. Dann würde eine eigene Klassifizierung Sinn machen, die sich klar von den bisherigen Gütern dissoziiert. 

De facto sind Nominalgüter aber mittlerweile eines der bedeutungsvollsten Investitionsgüter überhaupt, was aber nur bedingt eine eigene Klasse rechtfertigt.

"Wirtschaftliche Güter werden in Realgüter (Sachgüter, Dienstleistungen und Rechte) sowie Nominalgüter (Geld und geldwerte Papiere) eingeteilt." *

Es macht mehr Sinn die Nominalgüter bei den immateriellen Gütern zu verorten, wo sich auch die Rechte befinden, denn auch Geld ist eine verbriefte Absprache. 

Realgüter wie auch Nominalgüter können den Gütern des Freien Marktes - aber auch den Gemeingütern zugeordnet werden. Es handelt sich also nicht prinzipiell um rein wirtschaftliche Güter des Freien Marktes.

"Ein Realgut ist ein knappes bzw. wirtschaftliches Gut. Bei den Wirtschaftsgütern unterscheidet man zwischen Realgütern und Nominalgütern (z. B. Geld). Realgüter lassen sich wiederum in materielle und immaterielle Realgüter unterscheiden. Zu den materiellen Realgütern zählen sowohl Konsumgüter (z. B. Waschmittel) als auch Investitionsgüter (z. B. maschinelle Anlagen). Die immateriellen Güter differenziert man in Rechte und Dienstleistungen." *

An sich braucht es den Begriff Realgüter in der Klassifizierung nicht weiter, wenn dieser nicht explizit in weitere Bereiche aufgeteilt wird. Es ist sowieso ein kruder Begriff, der auch surreale Güter impliziert. Sollte ich mal die Tamagotchis dieser Welt in einer Güterklasse bündeln wollen, dann komme ich auf die surrealen Güter zurück. In meiner Klassifizierung von Gütern fliegt folglich der Begriff Realgüter zugunsten der Surrealgüter raus!

Dass Realgüter nicht unbedingt "knapp" sein müssen und diese Vorstellung bzw. Definition vielleicht sogar Teil der problematischen Mangelgesellschaft ist, habe ich bereits bei "Freie versus knappe Güter" beschrieben.

Wesentliche Inhalte der Klassifikation gehen auf Erich Kosiol zurück. Das sind unter anderem die Unterscheidung nach Real- und Nominalgütern, materiellen und immateriellen Gütern, abgeleiteten und ursprünglichen Gütern. * (Armin Töpfer: Betriebswirtschaftslehre: Anwendungs- und prozessorientierte Grundlagen, Springer Berlin Heidelberg; Auflage: 2., überarb. Aufl. (7. Mai 2007), ISBN 3540493948, Seite 86)



  • Freier Markt
    • materielle Güter
    • immaterielle Güter
      • u.a. Nominalgüter 
        • Geld / Währungen
        • Komplementär-Währungen 
        • Kredite
        • Forderungen
        • Verbindlichkeiten
        • Gutscheine
        • Virtuelle Währungen wie auch z.B. Bitcoins, Facebook Credits, ...
        • ...

  • Gemeiner Markt
    • materielle Güter
    • immaterielle Güter 
      • u.a. Nominalgüter 
        • Steuern
  • Mischformen 
    • materielle Güter
    • immaterielle Güter
      • u.a. Nominalgüter 
        • Subventionen


Nominale & Reale Gemeingüter:

Im bisherigen Verständnis von Realgütern, die es als immaterielle Güter (u.a. Nominalgüter) und materielle Güter gibt, kommen selbstverständlich auch die unterschiedlichsten Formen von Gemeingütern vor. Da ich in meiner Klassifizierung auf den Begriff "Realgüter" verzichten kann, komme ich hierauf bei materiellen und immateriellen Güter zurück.

Das zentrale und vielleicht auch einzige nominale Gemeingut sind die Steuern - und somit auch die daraus erfolgenden Finanzierungen und Subventionen.




Mittwoch, 31. Oktober 2012

GUT (Teil I: Einführung)

Inwiefern haben sich GUT & GÜTER durch die aktuelle Kulturrevolution der Computerwelt verändert?

Aufgrund ihrer allgemein gehaltenen Definition erfassen die Wirtschaftswissenschaften de facto alle Mittel und Leistungen als „Gut“, die irgendeinen Nutzen stiften.  

Demnach ist das "Gut" aus der Seemannssprache (Gesamtheit der Taue und Seile in der Takelage eines Schiffes) nur indirekt gemeint ;-)


Klassifizierung von GUT & GÜTERN:

Die neuen Dimensionen von GUT: 

In dieser Artikelserie werde ich die bisherigen Klassifizierungen von GUT & GÜTERN überarbeiten, denn diese sind an vielen Stellen nicht mehr zeitgemäß

Durch die Computer-Revolution kamen bei den immateriellen Gütern speziell die digitalen Güter - also Musik, eBooks, Online-Journalismus, Video, ... etc. hinzu und lösten - zwar nicht den Buchdruck selbst - aber die Kulturrevolution des Buchdrucks ab.

Besonders durch die Unabhängigkeit vom Datenträger (bei Musik z.B. die Löslösung vom Vinyl) und die absolute Kopierbarkeit kamen neue Möglichkeiten gemeinsam mit neuen Schwierigkeiten auf die Menschen zu. 

Zyklisch wurde das Ende des Vinyl, das Ende des Buchdrucks, das Ende der Zeitschriften, ... usw. heraufbeschworen. Dies trat jedoch nie ein. Sicher hat sich der Markt verändert und ganz sicher sind auch Umsätze eingebrochen (durfte das im Musikbereich selbst mitverfolgen) - aber in Wirklichkeit hat sich der Markt mit den neuen technischen Möglichkeiten nur verändert. De facto werden in den Medienbereichen heutzutage mehr Umsätze und Gewinne eingefahren, als jemans zuvor - nur die Künstler und Kreativschaffenden kommen in der Masse zu kurz ... während andere Künstler bereits dank den Neuen Medien zu einer ungeahnten globalen Aufmerksamkeit und finanzieller Auswertung gelangt sind.



Stefan Meretz / Gütersystematik

In der nebenstehenden Abbildung wird ein Gut durch fünf Dimensionen gekennzeichnet. Neben den bereits genannten Dimensionen Ressource und soziale Form sind das Beschaffenheit, Nutzungsweise und Rechtsform. Sie werden im folgenden vorgestellt. Anschließend will ich die Besonderheiten der Commons noch einmal hervorheben.

 
Mit der Digitalisierung fielen die Grenzen. Daten können die Welt praktisch in Echtzeit umrunden und potentiell jeden Menschen erreichen, ewig kopiert werden - ohne Qualitätsverlust. Zwischen den Menschen und vor allem ihren Daten stehen keine zeitlichen und räumlichen Barrieren mehr.

Es wird also Zeit unsere Vorstellungen von GUT und GÜTERN grundlegend zu überarbeiten und den Boden für ein neues kulturelles Verständnis zu bereiten.


Man unterscheidet zwischen 10 Güterarten:
Sachgüter, auch materielle Güter sind Güter, die man anfassen kann.
Dienstleistungen sind immaterielle Güter + Rechte, also nicht anpassbare Leistungen.
Freie Güter sind kostenlos Güter, die unbegrenzt zur Verfügung stehen. Knappe/wirtschaftliche Güter sind wiederum Güter, die nur begrenzt zur Verfügung stehen und einen Preis haben.


Verbrauchsgüter werden bei ihrer Verwendung verbraucht oder vernichtet, wohingegen Produktionsgüter in Unternehmen zur Herstellung anderer Güter dienen.
Konsumgüter stehen dem Menschen unmittelbar zur Bedürfnisbefriedigung zur Verfügung und Gebrauchsgüter stehen einem zur längeren Zeit zur Verfügung.
Zum Schluss gibt es dann noch Komplementärgüter, dass sind Güter die sich gegenseitig ergänzen (z.B. Lampe und Strom) und Substitutionsgüter, dass sind wiederum Güter die sich gegenseitig ersetzen, wie Butter und Margarine.
Natürlich lässt sich ein Gut in mehrere Güterarten einordnen. (Kreditlexikon)










Gemeine Güter

I. Einführung <<<~~~ Wir sind hier :-)

II. Freie versus knappe Güter
III. Real- versus Nominalgüter

IV. Materielle Güter
V. Immaterielle Güter
VI. Funktionale & Dysfunktionale Güter
VII. Arbeit & Dienstleistungen

A) Recht / Juristische Güter
B) Access / Zugang - Reichweite & Betroffenheit

- Motivation der Bereitstellung und Regelung der Verteilung von Gütern
C) Marketing


Da ich fortlaufend schreibe können sich die Aufteilung sowie die Inhalte der einzelnen Kapitel permanent ändern / überarbeitet werden.

Ich suche Hilfe, um aus den Artikeln ein für die Öffentlichkeit kostenloses pdf zu zaubern: Lektorat, Layout & Illustration. Wer mir dabei helfen will, mailde sich doch bitte: Nils (at) Freie-Mediale.org